Die Poker Reihenfolge der Hände ist die eine Sache, die jeder Spieler auswendig können muss: Ohne sicheres Ranking lässt sich weder ein Showdown werten noch eine vernünftige Entscheidung am Tisch treffen. Die gute Nachricht – es sind nur zehn Kombinationen, und ihre Reihenfolge folgt einer einfachen Logik: Je seltener die Hand, desto höher ihr Rang.
Dieser Beitrag zeigt alle zehn Poker Hände von Royal Flush bis High Card mit Beispielen, erklärt die Kicker-Regeln für den Vergleich gleicher Kombinationen und räumt mit den Irrtümern auf, die in fast jeder Anfängerrunde auftauchen – allen voran die Frage, ob der Flush oder die Straße höher steht. Die Rangfolge gilt unverändert in allen gängigen Varianten, von Texas Hold'em bis Seven Card Stud.
Die Poker Reihenfolge im Überblick: die komplette Rangfolge
Die folgende Tabelle zeigt das vollständige Ranking. Rang 1 schlägt alles, Rang 10 schlägt nichts – innerhalb desselben Rangs entscheidet die Kartenhöhe, danach der Kicker.
| Rang | Hand | Beispiel | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| 1 | Royal Flush | Ass, König, Dame, Bube, Zehn in Herz | Die höchste Straße in einer Farbe – die bestmögliche Hand. |
| 2 | Straight Flush | 9, 8, 7, 6, 5 in Pik | Fünf aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe. |
| 3 | Vierling | vier Damen + Beikarte | Vier Karten desselben Wertes (Four of a Kind). |
| 4 | Full House | drei Achten + zwei Könige | Drilling und Paar in einer Hand. |
| 5 | Flush | Ass, Bube, 9, 6, 3 in Karo | Fünf Karten derselben Farbe, Reihenfolge egal. |
| 6 | Straße | 8, 7, 6, 5, 4 gemischt | Fünf aufeinanderfolgende Karten in mehreren Farben (Straight). |
| 7 | Drilling | drei Buben + zwei Beikarten | Drei Karten desselben Wertes (Three of a Kind). |
| 8 | Zwei Paare | zwei Asse + zwei Sechsen | Zwei verschiedene Paare plus Beikarte. |
| 9 | Ein Paar | zwei Zehnen + drei Beikarten | Zwei Karten desselben Wertes. |
| 10 | High Card | Ass-hoch ohne Kombination | Keine Kombination – die höchste Einzelkarte zählt. |
Zwei Grundsätze gelten für jede Wertung: Eine Pokerhand besteht immer aus genau fünf Karten – auch wenn, wie beim Hold'em, sieben zur Verfügung stehen. Und die Kartenfarben sind gleichwertig: Pik schlägt nicht Herz, Herz schlägt nicht Karo. Eine „Reihenfolge der Farben" existiert in der Handwertung nicht.
Die 10 Poker Hände im Detail
Royal Flush: Ass bis Zehn in einer Farbe – streng genommen nur der höchste Straight Flush, traditionell aber als eigene Hand geführt. Er kommt so selten vor, dass viele Spieler ihn nie erleben: rechnerisch eine von gut 30.000 ausgeteilten Fünf-Karten-Händen.
Straight Flush: Fünf aufeinanderfolgende Karten in einer Farbe, etwa 9-8-7-6-5 in Pik. Treffen zwei Straight Flushes aufeinander, gewinnt der mit der höchsten Endkarte.
Vierling: Vier Karten desselben Wertes plus eine Beikarte. Bei zwei Vierlingen gewinnt der höhere; sind sie – über Gemeinschaftskarten – identisch, entscheidet die Beikarte.
Full House: Drilling plus Paar, angesagt wird zuerst der Drilling: „Achten voll mit Königen" sind drei Achten und zwei Könige. Beim Vergleich zählt zuerst der Drilling, erst danach das Paar – drei Neunen mit zwei Zweien schlagen drei Achten mit zwei Assen.
Flush: Fünf Karten einer Farbe in beliebiger Reihenfolge. Bei mehreren Flushes wird Karte für Karte von oben verglichen: Der Flush mit dem Ass schlägt den mit dem König, bei gleicher Spitze entscheidet die zweithöchste Karte und so weiter.
Straße: Fünf aufeinanderfolgende Karten in mindestens zwei Farben. Das Ass ist beweglich: Es bildet die höchste Straße (Zehn bis Ass) und die niedrigste (Ass bis Fünf, das „Wheel"). Nicht erlaubt ist die Runde um die Ecke – Dame, König, Ass, Zwei, Drei ist keine Straße.
Drilling: Drei Karten desselben Wertes mit zwei Beikarten. Beim Hold'em unterscheidet der Sprachgebrauch das „Set" (Paar auf der Hand trifft dritte Karte am Board) vom „Trips" (Paar am Board plus eine Handkarte) – für die Wertung sind beide identisch.
Zwei Paare: Verglichen wird zuerst das höhere Paar, dann das niedrigere, zuletzt die Beikarte. „Asse und Sechsen" schlagen „Könige und Damen", weil nur das jeweils höchste Paar den ersten Vergleich entscheidet.
Ein Paar: Die häufigste fertige Hand. Bei gleichem Paar entscheiden die drei Beikarten in absteigender Folge – hier kommt der Kicker am häufigsten ins Spiel.
High Card: Keine Kombination, gewertet wird die höchste Karte, dann die zweithöchste und so fort. „Ass-hoch" schlägt „König-hoch" – und gewinnt am Tisch öfter, als Anfänger vermuten, wenn vorher alle ausgestiegen sind.
Kicker-Regeln: wenn die Kombination allein nicht reicht
Der Kicker ist die höchste Beikarte neben der eigentlichen Kombination – und das am häufigsten falsch gespielte Detail der gesamten Poker Reihenfolge. Die Regel: Halten zwei Spieler dieselbe Kombination in gleicher Höhe, werden die restlichen Karten der Fünf-Karten-Hand in absteigender Folge verglichen. Erst wenn alle fünf Karten gleichwertig sind, wird der Pot geteilt.
Ein Hold'em-Beispiel: Auf dem Board liegen Ass, Ass, Acht, Fünf, Zwei. Spieler A hält Ass und König, Spieler B Ass und Dame. Beide haben einen Drilling Asse – aber A gewinnt, weil sein König als Kicker die Dame schlägt. Hätten beide dieselbe zweite Karte, wäre der Pot geteilt.
Wichtig ist die Grenze der Regel: Es zählen nur fünf Karten. Ein sechster oder siebter „Kicker" existiert nicht. Liegt auf dem Board ein Zwei-Paar mit Ass-Beikarte und halten beide Spieler nur kleinere Karten, spielen beide das Board und teilen – die eigenen Karten sind dann bedeutungslos. Wie der Showdown formal abläuft, regeln die Texas Hold'em Regeln im Detail.
Gleiche Hände vergleichen: Schritt für Schritt
Für jeden Showdown genügt diese Prüfreihenfolge: Erstens – welcher Rang? Flush schlägt Straße, Straße schlägt Drilling. Zweitens – bei gleichem Rang: welche Höhe? Paar Asse schlägt Paar Könige, Damen-Drilling schlägt Buben-Drilling. Drittens – bei gleicher Höhe: die Beikarten, eine nach der anderen. Viertens – alles gleich: Split Pot.
Die Farbe ist nie ein Kriterium. Zwei identische Flushes in Herz und Pik teilen den Pot, auch wenn manche Hausrunde anderes behauptet. Wer solche Streitfragen vermeiden will, legt die Wertungsregeln vor dem Spielabend fest – die Hausregeln-Sammlung liefert dafür eine Vorlage, und der Überblick über die Poker Regeln deckt die übrigen Sonderfälle wie Split Pot und Side Pot ab.
Häufige Irrtümer: Flush gegen Straße und andere Klassiker
Drei Fehler tauchen in fast jeder Einsteigerrunde auf. Der häufigste: Straße schlägt Flush – stimmt nicht. Der Flush ist seltener und steht deshalb über der Straße. Wer es sich merken will: Fünf Karten einer Farbe zu treffen ist schwerer, als fünf in Folge zu sammeln.
Der zweite Klassiker: Full House gegen Flush. Das Full House gewinnt – es steht auf Rang 4, der Flush auf Rang 5. Nur Vierling, Straight Flush und Royal Flush stehen noch darüber.
Der dritte: Zwei Paare schlagen einen Drilling – ebenfalls falsch. Der Drilling ist die seltenere Hand und gewinnt. Dazu kommen zwei kleinere Dauerbrenner: Das Ass in der Straße zählt oben oder unten, aber nie „um die Ecke", und mehr als fünf Karten werden niemals gewertet, egal wie verlockend die sechste aussieht.
Merkhilfen: die Rangfolge schnell im Kopf
Am schnellsten sitzt die Poker Reihenfolge über die Wahrscheinlichkeits-Logik: Was schwerer zu treffen ist, steht höher. Paare sind alltäglich, Drillinge schon selten, Vierlinge eine Rarität – und alles mit „Flush" im Namen verlangt fünf Karten einer Farbe, was die Spitze der Tabelle erklärt.
Als Eselsbrücke hilft die Dreier-Staffel: unten die „Zählhände" (Paar, zwei Paare, Drilling), in der Mitte die „Musterhände" (Straße, Flush, Full House), oben die „Monsterhände" (Vierling, Straight Flush, Royal Flush) – plus High Card als Auffangrang ganz unten. Wer die drei Stockwerke vor Augen hat, muss nur noch die Reihenfolge innerhalb der Etage behalten.
Für den Spielabend bewährt: die Tabelle oben ausdrucken und neben den Chip-Koffer legen, bis sie niemand mehr braucht. Wie sich das Ranking systematisch einüben lässt – inklusive Blitz-Abfrage zu zweit –, zeigt der Lernpfad unter Pokern lernen; wer danach wissen will, wie oft welche Hand tatsächlich kommt, findet die Zahlen im Beitrag zu den Poker-Wahrscheinlichkeiten.
Häufige Fragen zur Poker Reihenfolge
Wie lautet die richtige Poker Reihenfolge der Hände?
Von oben nach unten: Royal Flush, Straight Flush, Vierling, Full House, Flush, Straight, Drilling, zwei Paare, ein Paar, High Card. Diese Rangfolge gilt in allen gängigen Varianten gleichermaßen – von Texas Hold'em über Omaha bis Seven Card Stud.
Schlägt ein Flush einen Straight?
Ja. Der Flush (fünf Karten einer Farbe) steht über dem Straight (fünf Karten in Folge), weil er seltener ist. Das ist der häufigste Irrtum am Anfängertisch – im Zweifel hilft die Logik: Je schwerer eine Hand zu treffen ist, desto höher ihr Rang.
Was ist besser: Full House oder Flush?
Das Full House. Es steht auf Rang 4 der Poker Reihenfolge, der Flush auf Rang 5. Über dem Full House stehen nur noch Vierling, Straight Flush und Royal Flush.
Gibt es beim Poker eine Reihenfolge der Farben?
Nein. In der Handwertung sind alle vier Farben gleichwertig – ein Herz-Flush ist genauso viel wert wie ein Pik-Flush mit denselben Karten. Halten zwei Spieler exakt gleichwertige Hände, wird der Pot geteilt; die Farbe entscheidet niemals über den Gewinner.
Was passiert, wenn zwei Spieler dieselbe Pokerhand haben?
Zuerst werden die Beikarten (Kicker) der Fünf-Karten-Hände in absteigender Folge verglichen. Erst wenn alle fünf Karten gleichwertig sind, liegt ein echter Gleichstand vor und der Pot wird geteilt – der sogenannte Split Pot.
Was ist ein Kicker und wann entscheidet er?
Der Kicker ist die höchste Beikarte neben der eigentlichen Kombination. Er entscheidet, wenn zwei Spieler dieselbe Kombination in gleicher Höhe halten – etwa zwei Mal Paar Asse: Dann gewinnt der Spieler mit der höheren Beikarte. Gewertet werden aber immer nur fünf Karten insgesamt.
Zählt das Ass im Straight als Eins?
Ja, das Ass ist die einzige bewegliche Karte: Es bildet das obere Ende des höchsten Straights (Zehn, Bube, Dame, König, Ass) und das untere Ende des niedrigsten (Ass, Zwei, Drei, Vier, Fünf). Ein Straight „um die Ecke" – etwa König, Ass, Zwei – ist dagegen nicht erlaubt.
Wie selten ist ein Royal Flush?
Sehr selten: Bei fünf zufällig ausgeteilten Karten liegt die Wahrscheinlichkeit bei rund 1 zu 650.000; beim Texas Hold'em mit sieben verfügbaren Karten immerhin bei etwa 1 zu 30.000 pro Hand. Viele langjährige Spieler haben noch nie einen am eigenen Tisch gesehen.
Schlagen zwei Paare einen Drilling?
Nein. Der Drilling ist seltener und steht in der Poker Reihenfolge über den zwei Paaren. Auch das gehört zu den klassischen Anfänger-Irrtümern – zwei Paare wirken nach „mehr", sind aber statistisch leichter zu treffen.
Welche Pokerhand gewinnt am häufigsten im Showdown?
In der Praxis entscheiden meist die unteren Ränge: Ein Paar und zwei Paare gewinnen die meisten ausgespielten Hände, gerade in kleinen Runden. Die Monsterhände ab Vierling sind so selten, dass ganze Spielabende ohne sie vergehen – wer die Häufigkeiten kennt, setzt realistischer; Zahlen dazu liefert der Beitrag zu den Wahrscheinlichkeiten beim Poker.
Gilt die Poker Reihenfolge auch bei Omaha und Stud?
Ja, das Ranking der Hände ist in allen gängigen High-Varianten identisch. Unterschiede gibt es nur im Weg zur Hand – bei Omaha müssen zum Beispiel exakt zwei Handkarten verwendet werden. Nur spezielle Lowball-Varianten, bei denen die niedrigste Hand gewinnt, drehen die Wertung um.
Fazit
Die Poker Reihenfolge ist in einer Viertelstunde gelernt und entscheidet doch jede einzelne Hand: zehn Ränge, sortiert nach Seltenheit, verglichen über Höhe und Kicker – und niemals über die Farbe. Wer dazu die drei Klassiker-Irrtümer kennt (Flush schlägt Straße, Full House schlägt Flush, Drilling schlägt zwei Paare), wertet jeden Showdown fehlerfrei. Der nächste Schritt ist die Anwendung im Spiel: Der Ablauf jeder Hand steht in den Texas Hold'em Regeln, den strukturierten Einstieg liefert der Lernpfad unter Pokern lernen.